
Musikalisch-literarischer Streifzug durch die kulinarische Genusswelt mit Karl Markovics und den „OÖ Concert-Schrammeln“ in Lafnitz.
Von Franz Brugner
Liebe in jeglicher Form geht bekanntlich durch den Magen. Das zeigte auch „Der verlogene Heurige & andere Kalamitäten“. Mit einem literarischen Potpourri – zusammengesetzt aus pointiert gewürzten Texten von H.C Artmann bis Friedrich Thorberg , gab der renommierte und mehrfach preisgekrönte Schauspieler Karl Markovics bei seinem Gastspiel im vollbesetzten Kultursaal in Lafnitz eine Liebeserklärung an die Gaumenfreunde ab.
Die Zelebration des Essens und Trinken hatte im klug gewählten Arrangement der Texte aber eine soziale Sprengkraft, schauten die jeweiligen Autoren ihren Protagonisten dabei nämlich im wahrsten Sinne des Wortes aufs Maul.
Markovics erweckte mit seinen großartigen schauspielerischen Können und sprachlicher Brillanz, die sich besonders im urwienerischen Idiom manifestierte, die einzelnen Charaktere plastisch zum Leben. Musikalisch famos untermalt von den „Ö Concert – Schrammeln“, die originale Schrammelmusik auf hohem kammermusikalischem Niveau lieferten. Vom Publikum gab es stehende Ovationen.
Text: Franz Brugner · Bilder: Josef Grunwald
Karl Markovics begeisterte gemeinsam mit den OÖ Concertschrammeln das Publikum im Kultursaal Lafnitz mit Musik, Witz und Wiener Lebensgefühl.
Karl Markovics & OÖ Conzertschrammeln begeisterten die Besucher, mit „Der verlogene Heurige & andere Kamalitäten“
LAFNITZ. Der Kultursaal Lafnitz war vor Kurzem Schauplatz eines besonderen kulturellen Nachmittags. Karl Markovics gastierte gemeinsam mit den Oberösterreichischen Concertschrammeln mit dem Programm „Der verlogene Heurige und andere Kalamitäten“ und zog das Publikum mit Sprache, Witz, Humor, Gestik und Tanz in seinen Bann.
Fälscher-Star auf der Bühne
Karl Markovics ist als österreichischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor bekannt. Seine Hauptrolle im Film „Die Fälscher“ aus dem Jahr 2007 gilt als sein größter internationaler Erfolg. Im Kultursaal Lafnitz zeigte er sich nun von seiner rezitatorischen Seite und begleitete gekonnt Geschichten rund um menschliche Schwächen und Alltagsmalheure.
Karl Markovics erzählte Geschichten vom Essen, Trinken und Schlechtsein mit Sprache, Witz und Gestik.
Musikalische Begleitung
Begleitet wurde er von einem ausgezeichneten Ensemble. Peter Gillmayr und Kathrin Lenzenweger sorgten an der Violine für den musikalischen Rahmen, Andrej Serkov spielte Schrammelharmonika und Guntram Zauner steuerte die Kontragitarre bei. Zu hören waren unter anderen Stücke von Johann Schrammel, Franz Schubert, Robert Stolz und Josef Mikulas.
Geschichten vom Pech
Inhaltlich drehte sich der Abend um Geschichten vom Essen, Trinken und Schlechtsein. Erzählt wurden kleinere und größere Kalamitäten rund um die Grundbedürfnisse der leiblichen und seelischen Existenz, mit Texten unter anderem von Anton Kuh, Karl Kraus, Alfred Polgar, Friedrich Torberg, Ernst Jandl, Felix Salten und Peter Altenberg. Am Ende blieb dem Publikum ein kurzweiliger Nachmittag zwischen Nachdenklichkeit und Situationskomik in Erinnerung.